Agrarpolitik 2014-2017

Was können Sie als Vereinsmitglied tun. Finden Sie im Leitartikel des Milan 04/2014 Anregungen und Tipps um aktiv zu werden!

Mehr Qualität auf Biodiversitätsförderflächen

Die meisten naturschützerisch wertvollen Gebiete werden bei uns von Landwirten gepflegt. Dafür erhalten sie Biodiversitätsbeiträge als Bestandteil ihrer Direktzahlungen (siehe Milan 2/2014). Jeder Landwirt muss auf seinem Betrieb mind. 7 Prozent Biodiversitätsförderflächen (BFF) aufweisen. Zeichnen sich seine Flächen durch besonders hohe ökologische Qualität aus, kann er diese von einem Experten attestieren lassen und bei Landwirtschaft Aargau anmelden. Eine besonders artenreiche Blumenwiese zum Beispiel mit vielen Margeriten, Habermarch und Wiesen-Salbei. Oder einen Obstgarten mit fachgerecht geschnittenen Hochstämmern, der zum Beispiel in der Nähe einer Buntbrache steht und in dem Nistkästen hängen. Dafür bekommt er zusätzliche Beiträge (BFF Qualitätsstufe (QS) II).

Vernetzung bringt zusätzliche Beiträge

Darüber hinaus kann er mit dem Kanton -einen Gesamtbetriebsvertrag (in Spezialfällen auch Einzelflächenverträge) abschliessen, sofern sein Hof in einer Gemeinde liegt, die an einem Vernetzungsprojekt teilnimmt. In Beratungsgesprächen vereinbaren Experten der Firma Agrofutura AG mit ihm zielgerichtete Massnahmen, um gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu fördern. Dafür erhält der Bauer sogenannte Vernetzungsbeiträge. Reichen diese Beiträge im Einzelfall nicht aus, um eine besonders aufwendige Pflege eines Objekts, zum Beispiel eines Amphibientümpels, zu gewährleisten, kann der Landwirt beim Kanton eine sogenannte Sonderleistung für den Naturschutz beantragen. Periodisch überprüfen Fachleute im Auftrag vom Kanton, ob die Landwirte die Auflagen einhalten und wie sich all diese Massnahmen für die Natur ausbezahlen.

Geld auch für Nicht-Landwirte

Es besteht allerdings auch für Nicht-Landwirte mit Land im Landwirtschaftsgebiet die Möglichkeit, die Geldquellen für Ökologie anzuzapfen. Mit dem sogenannten Pflegevertrag erhalten Bewirtschafter, die nicht direktzahlungsberechtigt sind, aber naturschutzbiologisch sehr wertvolle Flächen bewirtschaften, finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit für die Natur. Es gibt schon einige lokale BirdLife-Sektionen, die für ihre Reservate mit dem Kanton solche Pflegeverträge abgeschlossen haben.

Was können Sie selber tun

Im vorangehenden Text und der Tabelle auf Seite 19 konnten Sie die verschiedenen Möglichkeiten kennenlernen, die die AP14–17 Landbewirtschaftern bietet. Doch was heisst das nun konkret für Sie, was können Sie dazu beitragen, damit die Natur in Ihrer Gemeinde von diesen Möglichkeiten profitieren kann? Nachfolgend einige Vorschläge:

• Prüfen Sie, ob es in Ihrer Gemeinde ein Vernetzungsprojekt gibt. Falls nein, helfen Sie mit, ein solches zu starten und lobbyieren Sie bei der Gemeinde, den dafür notwendigen Trägerschaftsbeitrag zu sprechen.

• Ermuntern Sie die Landwirte bei einem allfälligen Vernetzungsprojekt in Ihrer Gemeinde mitzumachen und einen Gesamtbetriebsvertrag abzuschliessen.

• Ermuntern Sie die Landwirte, möglichst viele bestehende QSII-Objekte anzumelden oder neue zu schaffen, z. B. eine sachgerecht gepflegte Hecke mit zahlreichen Dornensträuchern und einzelnen Kleinstrukturen, auch wenn sie bei der Vernetzung nicht dabei sind.

• Wenn Sie zusammen mit einem Land-wirten eine Aufwertungsmassnahme planen, z. B. einen Amphibientümpel oder eine Trockenmauer, klären Sie vorgängig ab, ob man beim Kanton im Rahmen eines Vernetzungsvertrages Sonderleistungen für den Naturschutz beantragen kann.

• Überlegen Sie sich, wie Sie die Landwirte in Ihrer Gemeinde bei deren Bemühungen für den Naturschutz unterstützen können, z. B. bei der Wartung der für einen QSII-Hochstammobstgarten obligatorischen Nistkästen oder der Heckenpflege.

• Prüfen Sie, ob Sie für Reservate, die Ihrem Natur- und Vogelschutzverein gehören, Pflegeverträge abschliessen und dadurch an Fördergelder gelangen können.

 

 

Im Überblick

Im Wissen um die Komplexität der neuen Bestimmungen, versuchen wir, eine stark vereinfachte Übersicht zu geben. Sie dient zur ersten Information. Wenn Sie aktiv werden wollen, nehmen Sie unbedingt Kontakt auf mit den unten angeführten Fachstellen oder wenden Sie sich an unsere Kommission Projekte.

Zur Tabelle mit den Massnahmen und Beiträgen.

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Orientierung im Dschungel

Sich im Dschungel der AP 14–17 zurechtzufinden, ist nicht ganz einfach. Nachfolgende Fachstellen helfen Ihnen dabei:

Landwirtschaft Aargau, 062 835 28 00,
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Agrofutura AG, 062 865 63 63