Mörtelbiene

Die Mörtelbiene gebärdet sich wie ein Hotelgast mit besonderer Vorliebe für komplizierte Nahrungsverpackungen.

Merkmale

Diese Mörtelbienenart (megachile ericetorum) ist 10 – 14 mm lang und fällt im Garten wegen ihres abgeflachten Hinterkörpers auf. Daneben tragen beide Geschlechter durchgehende helle Haarbinden auf den dunklen Hinterleibssegmenten 2 bis 5. Auffällig ist bei den Weibchen ausserdem die im vollen Zustand leuchtend gelbe Bauchbürste. Gut zu sehen im Bild oben, die gefüllte Bauchbürste des Weibchens, das gerat auf einer Blüte der Breitblättrigen Platterbse sitzt.

Flugzeit

Mörtelbienen dieser Art sind von Juni bis August unterwegs. Oft entdeckt man sie beim Sonnen auf Steinen oder Gartenplatten. Während dem die Weibchen zwischen Nahrungspflanzen, Baustofflager und dem Nest pendeln, patrouillieren die Männchen um die Nahrungspflanzen oder
verteidigen in deren Bereich kleine Territorien.

Nistweise

In unterschiedlichen Hohlräumen wie Pflanzenstängeln, Strangfalzziegeln, Erd-, Fels- und
Mauerspalten aber auch verlassenen Nestern anderer Arten baut das Weibchen seine Nester. Dabei baut es Brutzellen aus Mörtel, welche es mit einer Harzschicht auskleidet.

Nahrung und Nestproviant

Als Pollenlieferant nutzt diese Mörtelbienenart ausschliesslich die für ihre komplizierte Blütenbauweise aus Schiffchen, Flügel und Fahne bekannten Schmetterlingsblütler. Beliebt sind dabei die in vielen Gärten kultivierten Platterbsen. Gerne werden auch Hornklee und andere Kleearten genutzt. Zur Nektaraufnahme werden zusätzlich regelmässig Lippenblütler wie Wiesensalbei oder Ziest besucht.

 

 

Text: Franziska Schmid
Photos: Albert Krebs

Fördermassnahmen

Mit dem Angebot von Pflanzenstängeln und Strangfalzziegeln kann diese Art ans  „Wildbienenhotel“ gelockt werden. Bevorzugt werden dabei besonnte Nesteingänge gewählt. Für den natürlichen Erhalt dieser und anspruchsvollerer Arten mit ähnlichen Nistplatzpräferenzen braucht es jedoch insbesondere Erd-, Fels- und Mauerspalten. Vor dem verstopfen einer unschönen Spalte lohnt es sich daher, an die Wildbienen zu denken.


Ein Männchen sonnt sich an einem Strangfalzziegel zwischen den Nesteingängen zweier Mauerbienenweibchen.

Zur Versorgung der Brutzellen braucht die Art ein durchgehendes Angebot von Schmetterlingsblütlern von Juni bis August. Dabei eignen sich Platterbsen, Hornklee, Esparsette und andere Kleearten. Als Ergänzung für die Ernährung der Adulttiere sind aber auch Lippenblütler wie Ziest oder Wiesensalbei gefragt.