Wildbienenkalender

Monat für Monat können Sie hier eine der rund 30 im Siedlungsraum anzutreffenden Wildbienenarten kennenlernen. Nebst der Beschreibung der Art und ihrer Eigenheiten, finden Sie auch wertvolle Tipps zu ihrer Förderung im Garten oder auf dem Balkon.

 

Wildbienen sind heute als Hohlraumnutzer im Siedlungsraum in aller Munde. Ganze „Wildbienenhotelanlagen“ sind als Nisthilfen in unsern Gärten und Parks entstanden. Nur ein Bruchteil der „Wildbienenhoteliers“ aber ist sich bewusst, welch grosse Vielfalt an spezifischen Ansprüchen die rund 640 einheimischen Wildbienenarten bezüglich der Lage, der „Innenausstattung“ und Bauweise des Nistplatzes und des Blütenangebots haben.

Bienen sind Baumeister oder spezialisierte Untermieter...

Wie bei uns Menschen gibt es bei den Wildbienen mehr oder weniger stark organisierte Wohngemeinschaften, Kuckucke und viele solitär lebende Arten. Ein Grossteil der einheimischen Wildbienenarten nistet im Boden, aber auch Totholz, senkrechte oder waagrechte Markhaltige Stängel, Schneckenhäuschen, bestehende Hohlräume oder von der Biene selbst gefertigte Anbauten an Steine sind anzutreffen. Es gibt Arten, die ihre Nester mit fein säuberlich ausgeschnittenen Blatt - oder Blütenstücken auskleiden oder das Nest mit Pflanzenwolle auspolstern. Andere Arten bevorzugen stabilere Baumaterialien wie Steinchen, Lehm oder Harz. Zusätzlich kann die Brutzelle mit Pflanzenölen imprägniert werden. Auch das mühsame heranschleppen von Grashalmen oder Bekleben des Schneckenhäuschens mit zerkautem Pflanzenmaterial  zur Tarnung kann beobachtet werden.

... und dann gibt es da noch die ganz Besonderen

Wildbienenmännchen nutzen die Blüten als Nahrungsquelle, als Treffpunkt um unbegattete Weibchen zu treffen oder ganz einfach als Schlafplatz. Etwas akrobatischere Arten sind jedoch auch beim Schlafen kopfüber festgebissen an Pflanzenstängeln zu beobachten.

Auf die richtigen Blüten kommt es an

Bei den Weibchen dienen die Blüten zusätzlich zur Nahrungsquelle zum Sammeln von Pollen für die Verproviantierung ihrer Brutzellen. Dabei gibt es Arten die sich bei der Pollenwahl ausschliesslich auf einzelnen Pflanzenarten oder nah verwandte Pflanzenarten spezialisieren. Andere Arten hingegen haben keine spezifischen Pollenpräferenzen. Sehen Sie dazu die Top ten der Nahrungspflanzen.

Auch für die Art und Weise, wie der Pollen transportiert wird bestehen verschiedene Eigenheiten. Pollen wird Artspezifisch in der Bauchbürste, in der Beinbehaarung oder in „Körbchen“ an den Beinen und im Mund transportiert. Ganz auf das Pollensammeln verzichten die Kuckucksbienen, welche wie eben der Kuckuck ihr Ei ins Nest der Wirtsart legen.

 

Autorin des Wildbienenkalenders ist Franziska Schmid.

 

 

Dezember

Die Holzbiene

Ein Riese unter den Wildbienen. Schade, dass er so selten geworden ist. Er braucht Totholz. Eigentlich gut - denn so können wir ihn mit einfachen Massnahmen fördern.

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November

Die Felsen-Kuckucksbiene

Auch bei dieser Art steht am Anfang des Bruterfolges die feindliche Übernahme eines ganzen Staates.

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Oktober

Die Lauch-Maskenbiene

Der Name der Bienenart weist auf zwei Spezialitäten dieses Insekts hin: Einerseits gibt er den Hinweis auf die bevorzugte Nahrungspflanze, andererseits erhalten wir einen Tipp zum Aussehen des Tieres.

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September

Die Garten-Wollbiene

Eine Biene, die ihre Eier auf Wolle bettet durch ihren flinken Flug und das "stehen" in der Luft wie ein Kolibiri eine ganze Reihe von Spezialitäten aufweist.

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August

Die Schenkelbiene

Die Schenkelbiene erstellt Larvenbrot. Das dafür benötigte Blütenöl sammelt sie auf dem Gilbweiderich - und das ausschliesslich!

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Juli

Die Mörtelbiene

Die Mörtelbiene mag es kompliziert - sie hat sich auf Schmetterlingsblütler, mit ihren aufwändig gebauten Blüten spezialisiert.

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Juni

Die Blutbienen

Die rot gefärbten Blutbienen sind als Gattung leicht zu erkennen, knifflig wird es dann bei den 25 einzelnen Arten. - Blutbienen gehören zu den Kuckucksbienen. Ihre Begegnung mit dem Wirt endet häufig mit dessen Tod.

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Mai

Die Wespenbiene

Auch unter den Bienen gibt es die Schmarotzer - die Wespenbiene macht die Rechnung mit dem Wirt!

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April

Die Langhornbiene

Langhornbienen haben sich auf einige Schmetterlingsblütler spezialisiert. Ihr absoluter Favorit ist die Zaunwicke. Bei der Wahl der Nistplätze sind sie da weniger eingegrenzt.

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März

Die Furchenbiene

Diese Wildbienenart liebt feinen Sand zum Nisten und ein Blütenangebot von März bis Oktober.

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Februar

Die Ackerhummel

Die Ackerhummel ist eine häufige Art, die vom Meer bis in die Alpen alle möglichen Lebensräume besiedelt. Was sie braucht sind Blüten!

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Januar

Die gemeine Sandbiene

Wir starten in unser Bienenjahr mit einer Biene, deren breites Nahrungsspektrum sie zu einer Art macht, die leicht zu fördern ist.

Da die Gemeine Sandbiene auch Obstbäume besucht, ist sie dort eine willkommene Bestäuberin!

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