35 Jahre Verbandsgeschichte

Höchstleistung für die Natur

 

Am 30. April 1983 beschloss die ausserordentliche Delegiertenversammlung den Zusammenschluss der führenden Aargauer Naturschutzverbände
Verband Aargauischer Vogelschutzvereine VAV und dem Aargauischen Natur- und Vogelschutzverband ANV zum VANV, dem Verband der Aargauischen Natur- und Vogelschutzvereine. Damals schlossen sich so fast 20'000 Menschen zu einem Verband zusammen. Mit jährlichen Ausgaben von rund CHF 200'000 pflegte man schon damals die Naturwerte, kaufte schützenswerte Biotope und errichtete viele Tausend Nisthilfen.

Heute sind die Ausgaben für Naturschutzmassnahmen auf mehr als das Doppelte gestiegen. Die Mitgliederzahlen sind leider etwas weniger geworden - das Engagement indes ist ungebrochen!

Politische Erfolge für die  Natur  im Aargau

BirdLife Aargau hat sich in seiner über 30-jährigen Geschichte immer aktiv für die Natur im Aargau eingesetzt. Mit Initiativen, der Anrufung des Verbandsbeschwerderechtes und Abstimmungskampagnen versuchen wir der Anwalt der Natur und Landschaft zu sein. Die erzielten Erfolge der letzten 30 Jahre lassen sich sehen.

Schutz des Klingnauer Stausees

Auf Antrag der Sektion Brugg lancierte BirdLife Aargau (damals noch VANV) eine Initiative zum Schutze des Klingnauer Stausees, welche 1986 mit 8‘200 beglaubigten Unterschriften eingereicht wurde. Nötig gewesen wären deren 3‘000.  Als Gegenvorschlag wurde das Dekret zum Schutze des Klingnauer Stausees ausgearbeitet, welches der Grosse Rat ohne Gegenstimme verabschiedete. Die Aargauer Stimmberechtigten nahmen das Schutzdekret deutlich an. Heute ist das Vogelschutzreservat von internationaler Bedeutung auch durch die Wasser- und Zugvogelreservatsverordnung WZVV des Bundes geschützt.

Schaffung des Aargauer Auenschutzparks

Die Aargauer Umweltverbände lancierten gemeinsam die kantonale Volksinitiative "Auenschutzpark - für eine bedrohte Lebensgemeinschaft". Das Aargauer Stimmvolk hat 1993 dann den Auenschutz in die Kantonsverfassung aufgenommen. Es verpflichtete damit die Regierung, bis zum Jahr 2015 einen Auenschutzpark auf einem Prozent der Kantonsfläche zu verwirklichen. Die ganze Bevölkerung profitiert heute von den schönen Auenwäldern im Aargau.

Schutz des Geissberges in Ennetbaden

1999 hiess das Aargauer Verwaltungsgericht die Beschwerde von BirdLife Aargau (vormals VANV) und Pro Natura grösstenteils gut. Knapp 2 Hektaren durften nun nicht überbaut werden, weil die biologische Vielfalt am Geissberg von zu grosser Bedeutung ist. Dank dem Vorkommen von seltenen Vögeln wie Goldammer, Zaunammer, Gartenrotschwanz, Neuntöter und Wendehals kam das Gericht zu diesem Entscheid.

Erhalt des Verbandsbeschwerderechtes

BirdLife Aargau engagierte sich 2008  aktiv in den beiden Abstimmungskämpfen gegen die Abschaffung des Verbandsbeschwerderechtes auf Kantons- und auch auf Bundesebene. Diese beiden Abstimmungen wurden deutlich gewonnen und so das Verbandsbeschwerderecht gestärkt.

Erhalt des Hallwilersee-Schutzdekrets

Dank der intensive Lobbyarbeit der Verbände wurde das Hallwilersee-Schutzdekret in Meisterschanden nicht aufgeweicht. Der Grosse Rat lehnte die geforderten Änderungen ab. Gemeinsam mit Pro Natura und WWF haben wir uns für die einmalige Landschaft eingesetzt und wären dafür auch vor Gericht gegangen.

Aargau muss Gewässerschutz umsetzen

Zusammen mit WWF, Pro Natura und den Fischern haben wir vor Verwaltungsgericht die Aufhebung der umstrittenen Aargauer Gewässerschutz-Vollzugsverordnung erzwungen. Die Verordnung entsprach nicht dem übergeordneten Bundesgesetz. Damit wurde der Kanton verpflichtet, das eidgenössische Gewässerschutzgesetz umzusetzen und die Gewässerräume auch im Baugebiet auszuscheiden.

Alle diese schönen Erfolge waren nur dank engagierter Personen im Verband, der Unterstützung durch unsere Sektionen und Mitglieder sowie der guten Zusammenarbeit mit anderen Umweltorganisationen möglich.

BirdLife Aargau wird auch in Zukunft sehr wachsam sein und sich, falls notwendig, auch mit rechtlichen Mitteln für die Natur im Aargau einsetzen. Die Natur bleibt unter Druck: Die Zersiedelung der Landschaft nimmt stetig zu. Bei der Förderung der erneuerbaren Energien darf die Natur nicht vergessen werden. Die Umsetzung des Gewässerschutzes ist wichtig. Die Arbeit wird uns auch in den kommenden Jahren nicht ausgehen.