Unentbehrliche Biester

Weltweit sind rund eine Million Insektenarten bekannt. Die grosse Mehrheit von ihnen ist in unterschiedlicher Weise nützlich für das Leben auf unserem Planeten.

Verschiedene Studien belegen: Der Verlust der Masse an Insekten und auch der Anzahl der Insektenarten ist alarmierend. Während das Bienensterben und seine Ursachen seit einiger Zeit diskutiert werden, hat bisher das Bewusstsein dafür gefehlt, dass eine grosse Anzahl anderer Insektenarten ebenfalls stark unter Druck steht.

Scheinbar erst durch Bekanntwerden der erschreckenden Verluste von bis zu 80 % an Insektenbiomasse (Studie des Entomologischen Vereins Krefeld, 2017 veröffentlicht) wurde der Wert dieser Lebewesen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Biologen, Umwelt- und Naturwissenschaftler sind sich einig: Insekten sind ein essenzieller Teil unserer Biosphäre. In der Tierwelt sind sie eine lebensnotwendige Nahrungsquelle. Sie sind die Hauptspeise für Fische und Amphibien. Viele Vogelarten sind von Frühjahr bis Herbst und gerade zur Aufzucht ihrer Jungtiere auf Insekten angewiesen.

Dienstleister am Anfang der Nahrungskette

75% aller Pflanzen kämen nicht ohne Insekten aus. Sie sind auf deren Bestäubungsleistung angewiesen. Zu den Bestäubern zählen zum Beispiel weltweit rund 20‘000 verschiedene Arten von Wildbienen. Ausser ihnen bestäuben auch viele Schmetterlingsarten, Fliegen, Motten, Käfer und Wespen die Pflanzen. Zudem profitieren die Pflanzen von der Bodenarbeit der Insekten, welche im Zusammenwirken mit Pilzen und Mikroorganismen durch die Zersetzung abgestorbener Pflanzenteile und Kot die Nährstoffe wieder verfügbar machen. Viele Tiere fressen dann die Pflanzen. Pflanzen dienen aber auch als Lebensraum. Somit ist ein weiterer wichtiger Teil der Biodiversität unserer Erde auf die Insekten zurückzuführen.

Neben dieser essentiellen Arbeit für die Biodiversität, stellen Insekten in der Nahrungskette die Ernährungs-Basis für viele Lebewesen dar. So ernähren sich zum Beispiel rund 80% der Vögel von Insekten.

Konkrete Massnahmen

Insekten fördern

  • Einheimische Bäume und Sträucher pflanzen.
  • Blütenangebot von April bis Oktober durch Pflanzen einheimischer Stauden schaffen.
  • Blumenwiesen mit schonender Bewirtschaftung, Altgrasstreifen und Überwinterungsmöglichkeit von Insekten in allen Entwicklungsstadien fördern.
  • Kleinstrukturen wie Asthaufen und Totholz anlegen.
  • Dächer und Fassaden begrünen.

Nützlinge stärken

  • Auf den Einsatz von Pestiziden im eigenen Garten verzichten.
  • Mischkulturen fördern. Sie stärken die Pflanzen einer Pflanzgemeinschaft und machen sie resistenter gegen Schädlingsbefall.
    Weiterführende Informationen zu Mischkulturen finden Sie zum Beispiel hier
  • Nisthilfen für Nützlinge wie Florfliegen und Ohrwürmer oder Wildbienen anbieten (sh. Bauanleitungen im Faltblatt «sum sum sum – unentbehrliche Biester» oder auf unserer Website).

Unsere Verantwortung als Konsumenten wahrnehmen

  • Beim Einkauf von Lebensmitteln darauf achten, dass diese mit ressourcenschonenden Methoden hergestellt wurden.
  • Direkt ab einem Hof einkaufen, den man kennt.
  • Konsum von Fleisch auf 1 bis 2 Mal pro Woche reduzieren.

Sich und andere informieren

Jetzt anmelden!

1. Tag der Insekten Schweiz

In Kooperation mit BirdLife Schweiz und Insect Respect wird am 15. November 2018 der erste Tag der Insekten der Schweiz hier bei uns im Aargau stattfinden.

Hier finden Sie das Programm und die Einladung.

Ihre Anmeldung direkt per Mail

Achtung - die Platzzahl ist begrenzt. Die Anmeldungen werden nach Eingangsdatum berücksichtigt.

Die Teilnahme kostet 50 Franken (Verpflegungspauschale).

Wildbienen

In Zusammenarbeit mit Franziska Schmid haben wir im Rahmen eines Kalenderjahres 12 Wildbienenarten portraitiert.

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Schmetterlinge

Diverse Artenförderungsprogramme widmen sich den Schmetterlingen. Hier finden Sie spannende Informationen, Arbeitshilfen und Aufrufe zur Mithilfe.

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Faltflyer

Der Faltflyer zum Thema Insekten stellt übersichtlich ein paar der wichtigsten Zusammenhänge dar und lädt gleichzeitig dazu ein, selber aktiv zu werden.

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